AB HEUTE BEGINNT EIN GROSS ANGELEGTES DISKUSSIONSFORUM ZUR ZUKUNFT DES KRANKENPFLEGEBERUFES
Alle 102 Präsidentinnen und Präsidenten der Landesverbände für Krankenpflegeberufe – die über 456.000 Mitglieder vertreten – hatten vor rund einem Monat in einem offenen Brief an die Staatsorgane (Regierung, Parlament, Regionen und zuständige Institutionen) mit Nachdruck ihren Willen mitgeteilt, eine gemeinsame, von Parteien, Funktionen und Gewerkschaftsorganisationen unabhängige Aktion zu starten. Nun ist es soweit:
Das groß angelegte Diskussionsforum zur Zukunft des Krankenpflegeberufes beginnt mit einer öffentlichen und transparenten Befragung aller 456.000 italienischen Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger, die sich zu den wichtigsten Themenschwerpunkten des Berufes äußern können. Die einzelnen Meinungen werden von den Landesverbänden gesammelt, analysiert und anschließend an den zentralen Ausschuss des Dachverbandes weitergeleitet. Auf dieser Ebene sollen dann -ausgehend von den Umfrageergebnissen – eine Reihe von Stellungnahmen provisorisch ausgearbeitet, von den beratenden Organen des FNOPI analysiert und mit allen anderen Berufsgruppen und Akteuren im Gesundheitswesen diskutiert werden.
Ziel dieser Aktion ist es, gemeinsame Vorschläge und Forderungen zur Neugestaltung des Krankenpflegeberufes in Italien zu formulieren, die neben den einschlägigen Gesetzesbestimmungen auch die akademische Grund- und Fachausbildung umfassen sollen.
Aus dieser Initiative werden also konkrete Impulse hervorgehen, die unter Einbeziehung der zuständigen Institutionen und politischen Organe dazu führen sollen, dass alle Berufsgruppen im italienischen Gesundheitsdienst in ihrer tragenden Rolle für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung volle Anerkennung finden.
„Wir müssen geschlossen sprechen und handeln – so Barbara Mangiacavalli, Präsidentin des Dachverbandes. – Als Hilfsorgan des Staates hat der Dachverband in seiner Geschichte stets einen ernsthaften und konstruktiven Dialog angestrebt. Wir wollen und können nicht das Gesundheitssystem aus Protest lahmlegen, aber wir sind fest entschlossen, seine derzeitige Struktur gründlich zu erneuern und in diesem Prozess auch eine tragende, leitende Rolle zu übernehmen. Statt auf die Straße zu gehen und unsere Forderungen lauthals kundzutun, wollen wir uns mit allen beteiligten Institutionen sachlich und wirksam auseinandersetzen. Es ist dringender Handlungsbedarf gegeben: Wir Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger – so die Präsidentin in ihren Schlussfolgerungen – sind uns durchaus bewusst, dass die heutigen Entscheidungen unsere berufliche Zukunft für mindestens zwei Jahrzehnte beeinflussen werden. Jetzt sollen auch die anderen beteiligten Institutionen durch die Stimme von 456.000 Verbandsmitgliedern sowie von ihren Vertretungsorganen auf nationaler und Landesebene davon überzeugt werden.“
Der Zentralrat des FNOPI wird am kommenden 26. Februar noch einmal zusammentreffen, um mit allen Berufsvertretern die nächsten Schritte für eine gemeinsame Beratung zu vereinbaren und damit das große, soeben gestartete Diskussionsforum auf höchster Ebene fortzusetzen.
Für den Dachverband besteht jedenfalls kein Zweifel: Ohne mutige Entscheidungen und ohne einen deutlichen Kurswechsel hat der Krankenpflegeberuf und damit das gesamte Gesundheitssystem Italiens keine Zukunft.
„Noch ist es nicht zu spät, die Würde und die Bedürfnisse der Krankenpflegeberufe sowie der Patienten in den Vordergrund zu rücken“, unterstreichen die 102 Landesverbände in Vertretung von 456.000 Mitgliedern. „Aber man darf keine wertvolle Zeit mehr verlieren: Den Versprechen müssen endlich Taten folgen. Das groß angelegte Diskussionsforum zur Zukunft des Krankenpflegeberufes wird die Grundlagen dafür schaffen.“