Die nationalen Dachverbände der Kammern der Gesundheitsberufe und der Nationale Rat der Kammern der Sozialassistenten haben eine berufsgruppenübergreifende Arbeitsgruppe einberufen, die sich mit Verletzungen der deontologischen Bestimmungen durch ihre Mitglieder in Form von offen wissenschaftsfeindlichen Haltungen im Zusammenhang mit der SARS-CoV-2-Pandemie und der Rolle der antiviralen Impfstoffe befasst. Im Bewusstsein um ihr gemeinsames kulturelles Erbe und ihre gemeinsamen Werte haben die Berufskammern Folgendes vereinbart:

Sie verweisen

auf Art. 32 der italienischen Verfassung, die den Schutz der öffentlichen Gesundheit als Grundrecht des Individuums und allgemeines Interesse festlegt.

Sie unterstreichen vehement

die Rolle der Kammern der Gesundheitsberufe und des Nationalen Rats der Kammern der Sozialassistenten als subsidiäre Einrichtungen des Staates, deren Aufgabe es seit jeher ist, das mit der Berufsausübung verbundene und durch die Rechtsordnung gewährleistete öffentliche Interesse zu schützen. Darüber hinaus unterstreichen sie die Verantwortung der Angehörigen der Gesundheitsberufe als Garanten für den Schutz der Gesundheit.

Sie unterstützen

die Rolle der Kammern der Gesundheits- und Sozialberufe bei der Förderung und Sicherstellung von Unabhängigkeit, Autonomie und Verantwortungsübernahme durch die verschiedenen Berufsgruppen im Rahmen der Berufsausübung, ebenso wie der berufstechnischen Qualität, der Aufwertung der sozialen Funktion der einzelnen Berufsgruppen sowie des Schutzes der Menschenrechte und der ethischen Grundsätze der Berufsausübung zur Gewährleistung des Gesundheitsschutzes von Einzelpersonen und der Allgemeinheit.

Sie verurteilen explizit

alle Fachkräfte des Gesundheits- und Sozialwesens, die über soziale Medien oder andere Kommunikationskanäle wissenschaftsfeindliches Gedankengut verbreiten und sich ohne angemessene Kenntnisse zur wissenschaftlichen Evidenz und zu den objektiven Grundlagen der diskutierten Themen äußern. Dadurch schaden sie der Anerkennung und dem Ansehen der gesamten Berufsgruppe und schwächen deren berufliche und institutionelle Glaubwürdigkeit gegenüber der Bevölkerung, der Politik und dem gesamten Gesundheitswesen.

Sie verweisen auf den deontologischen Konflikt,

der sich immer dann ergibt, wenn Fachkräfte des Gesundheits- und Sozialwesens:

  • ihr Handeln nicht am Wohle des Individuums, der Familie und der Gemeinschaft ausrichten, insbesondere wenn es sich um besonders verletzliche Personen handelt;
  • nicht dazu beitragen, eine auf wissenschaftlicher Evidenz basierte Gesundheitskultur zu verbreiten;
  • den Wert der akkreditierten wissenschaftlichen Forschung nicht anerkennen;
  • nicht objektiv, korrekt, respektvoll, transparent und wahrheitsgetreu kommunizieren;
  • den persönlichen Anstand nicht wahren und das Prestige ihrer Berufsgruppe und der wissenschaftlichen Gemeinschaft nicht schützen.

Sie anerkennen einvernehmlich

die Notwendigkeit eines sehr entschlossenen und strengen Vorgehens in all jenen Fällen, in denen die Verhaltensweisen von Fachkräften des Gesundheits- und Sozialwesens nicht den Vorgaben der Ethikcodes und der deontologischen Kodexe der jeweiligen Berufsgruppen entsprechen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Fachkräfte die öffentliche Meinung mit nicht-wissenschaftlichen Informationen oder solchen, die im klaren Widerspruch zum Schutz der individuellen und kollektiven Gesundheit stehen, beeinflussen möchten, und wenn diese Fachkräfte dabei ihre Rolle als Vertreter des Gesundheitswesens ausnutzen.

 

Die nationalen Dachverbände der Berufskammern der Gesundheits- und Sozialberufe
FNOPI (Nationaler Dachverband der Kammern der Krankenpflegeberufe)
FNOMCeO (Nationaler Dachverband der Ärzte- und Zahnärztekammern)
FNOPO (Nationaler Dachverband der Berufskammern der Hebammen)
FNOVI (Nationaler Dachverband der Tierärztekammern)
FNO TSRM und PSTRP (Nationaler Dachverband der Kammern der Medizinischen Röntgentechniker und der sanitätstechnischen, rehabilitativen und präventiven Gesundheitsberufe)
FNCF (Nationaler Dachverband der Berufskammern der Chemiker und Physiker)
ONB (Berufskammer der Biologen)
CNOP (Nationaler Rat der Psychologenkammern)
CNOAS (Nationaler Rat der Kammern der Sozialassistenten)