Unsachgemäße Verwendung der sozialen Netzwerke: Stop

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Unsachgemäße Verwendung der sozialen Netzwerke: Stop

Unsachgemäße Verwendung sozialer Medien durch Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger –
Offizielle Stellungnahme des FNOPI-Zentralrates

Unangebrachte und imageschädigende Beiträge von Krankenpflegern in sozialen Medien: Der Dachverband der Kammern der Krankenpflegeberufe, der italienweit über 440.000 Fachkräfte vereint und damit die größte Berufskammer auf nationaler Ebene bildet, hat gezielte und strenge Gegenmaßnahmen beschlossen.

Die im FNOPI-Zentralrat versammelten 102 Präsidenten der Landesberufskammern haben eine Stellungnahme zum Verhalten der Mitglieder in sozialen Medien unterzeichnet.

Wer in sozialen Medien bzw. im Netz in seiner Eigenschaft als Krankenpfleger/in auftritt, darf unter Verwendung eines eigenen oder falschen Profils keine Beiträge veröffentlichen, die dem Ansehen der Berufsgruppe schaden, respektlos formuliert sind, Schimpfwörter enthalten, jegliche konstruktive und vernünftige Auseinandersetzung verhindern oder Aussagen ohne Sachkenntnis der wissenschaftlichen Grundlagen bzw. des jeweiligen Sachverhalts enthalten. Der Dachverband und die Berufskammern auf Landesebene werden ein solches Verhalten gezielt ahnden.

Die offizielle Stellungnahme sieht ein strengeres Vorgehen gegen jene Mitglieder vor, die in ihrer Eigenschaft als Krankenpfleger/innen Beiträge im Netz veröffentlichen, welche einerseits dem Image der gesamten Berufsgruppe in ethischer, deontologischer oder kultureller Hinsicht schaden und andererseits die politisch-institutionelle Glaubwürdigkeit ihrer Vertretungsorgane gegenüber der Zivilgesellschaft und der Politik unterminieren.  Allzu oft ist es in letzter Zeit vorgekommen, dass, obwohl ein starker Zusammenhalt innerhalb der Berufsgruppe in der Onlinekommunikation erforderlich gewesen wäre, unsachgemäßes und unangebrachtes Verhalten vereinzelter Mitglieder ein Image der Krankenpfleger voller Groll, Aggressionen und Wortgewalt  vermittelt hat, das allen Kolleginnen und Kollegen schadet.

Deshalb sind der Dachverband und alle Landesberufskammern der Meinung, dass konsequente Richtlinien für das korrekte Verhalten im Netz – also eine Art Online-Knigge – erforderlich sind, damit über die veröffentlichten Beiträge sachlich und transparent diskutiert werden kann und jedem ersichtlich wird, dass Facebook für viele Inhalte einfach das falsche Medium darstellt. Bilder können besser und wirksamer über Instagram, Videos über YouTube, institutionelle Stellungnahmen über Twitter, ausführliche Beiträge und amtliche Unterlagen über die Internetseite bekannt gemacht werden.

Bei jedem Auftritt auf einer Onlineplattform als Krankenpfleger oder Krankenpflegerin müssen im Sinne des geltenden Deontologischen Kodex folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

 

  1. Die ethischen, religiösen, kulturellen und geschlechtsspezifischen Werte sowie die soziale Stellung der betroffenen Menschen müssen Berücksichtigung finden.
  2. Bei Konflikten, die durch unterschiedliche ethische Standpunkte bedingt sind, ist immer der Dialog zu suchen.
  3. Der Umgang mit Kollegen sowie mit anderen Berufsgruppen soll stets auf Kooperation und sachlicher Auseinandersetzung beruhen.
  4. Die Rolle und der Beitrag der anderen Teammitglieder müssen anerkannt und aufgewertet werden.
  5. Es ist immer so zu handeln, dass der persönliche Ruf und das Image der Berufsgruppe gewahrt bleiben. 

 

 

Obwohl uns der freie Zugriff auf die neuen Medien die Ausübung unserer Meinungsfreiheit zu jedem Thema und in jedem Zusammenhang wesentlich erleichtert hat – so der Dachverband – darf diese Freiheit nicht unter Verletzung der geltenden Regeln missbraucht werden. Wer das tut, muss mit Disziplinarmaßnahmen rechnen.

Deshalb haben der Dachverband und die Landesberufskammern beschlossen, gegen dieses für die Berufsgruppe der Krankenpfleger imageschädigende Verhalten mit Strafmaßnahmen vorzugehen. Die beruflichen Vertretungsorgane wollen im Gebrauch sozialer Medien Richtlinien setzen und mit gutem Beispiel voran gehen.

By |2020-04-24T01:39:31+00:00April 23rd, 2020|FNOPI, OPI|0 Comments